Ziel dieses Stammtisches war es, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, Fragen, Kritik und Anregungen zum Thema Gemeindefusion zu äußern. Das Interesse an diesem Thema war groß, wie die rege Teilnahme von 19 Personen, insbesondere auch Bewohnern von St. Florian, Brunnenthal und Schärding, zeigte.
Richard Armstark eröffnete den Stammtisch mit einer kurzen Darstellung der Gründe und Motive für eine Gemeindefusion. Er betonte, dass vor allem die finanzielle Situation der Gemeinden immer weniger Gestaltungsspielraum für Wirtschaft, Kultur und Politik lasse. Dies könne man ja mittlerweile auch wöchentlich in fast allen Medien erfahren.
In der folgenden hochkarätigen Diskussion waren sich alle Teilnehmer einig, dass sich die Gemeinden zukünftig auf gravierende Veränderungen einstellen müssen. Die Sinnhaftigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit der einzelnen Gemeinden stand dabei außer Frage.
Ein wichtiges Argument für eine Kooperation betraf das geplante neue Gemeindezentrum in Sankt Florian, welches die einmalige Chance für eine gemeinsame Stadtentwicklung bieten würde.
Als wesentliches Hindernis für Fusionspläne wurde die mangelnde Unterstützung durch die lokale und die Landespolitik genannt.
Zudem bemängelten viele Teilnehmer den fehlenden visionären Weitblick unserer Stadtpolitik. Als negatives Beispiel wurde der abgelehnte Vorschlag einer Kooperation zum gemeinsamen Neubau der Volksschule Sankt Florian genannt, den die Schärdinger FPÖ vor der letzten Wahl zu Recht vorgebracht hatte. Leider war man davon jedoch schnell wieder abgerückt – möglicherweise um die traute Einigkeit zwischen den Stadtparteien nicht zu stören.
Fazit: Eine Fusion kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Bürger in den einzelnen Gemeinden sie akzeptieren. Sie sind zu Recht stolz auf ihre Identitäten. Auch wenn eine zukünftige größere Gemeinde aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades den Namen Schärding tragen sollte, sollten auch die anderen Partnergemeinden entsprechend erwähnt werden.
Besonders müssen die Vorteile für jede Gemeinde klar kommuniziert werden. Eine gerechte Aufteilung von Finanzen, Investitionen und Abgaben im Zuge einer Fusion muss im Vorfeld zum Nutzen aller Gemeinden transparent dargestellt werden. Daher muss die Bevölkerung aller betroffenen Orte umfassend informiert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, um Unterstützung durch geneigte Landespolitiker zu werben.
„Schärding 11.000“ wurde als Fusionsprojekt konzipiert, um eine Dynamik zu schaffen, die es der Lokalpolitik erschwert, vorgeschlagene Projekte aufgrund der öffentlichen Aufmerksamkeit des Projekts leichtfertig abzulehnen.
Wir sehen die Frage nach Kooperation oder Fusion als Stufenplan, mit der Fusion als übergeordnetes Ziel und Leitmotiv, bei der sinnvolle Kooperationen ein Zwischenschritt sein können.